Stahnsdorfer müssen sich kümmern

AKTUELLES

Stand: 22.09.21 [Admin]

In der Blumensiedlung hängen seit Jahresbeginn Plakate, die auf erhebliche Planungsfehler der Gemeinde Stahnsdorf hinweisen:

Über 20 Jahre lang gab es südlich des Dahlienwegs bis auf Absichtserklärungen und Wohngebietspläne (B-Plan 17) keinen Hinweis darauf, wann etwas konkret gebaut werden soll. Erst im Juni 2020 wurde eine abgeschlossene KiTa-Planung erstmalig in einer GV-Sitzung vorgestellt - ohne vorausgehende Wohnbebauung oder Straßenbau im umgebenden B-Plan-Gebiet, praktisch auf eine Brache geplant. Bis April 2021 wurde unter dem Schutz von Corona versucht, jegliche Bürgerbeteiligung zu vermeiden, Anfragen blieben weitgehend unberücksichtigt. Die kurzfristig deutlich vergrößerte KiTa an diesem verkehrstechnisch ungünstigen Standort sollte erst ihren Baubeginn erhalten.

Als betroffene Anwohner nehmen wir das nicht hin und warnen vor unbedachten Folgen, die das Bauvorhaben nach sich ziehen würde. Anlieger, Eltern und Beschäftigte der KiTa müssten tägliche Probleme und Risiken auf sich nehmen, hielte man an der derzeitigen Planung fest. Unter Positionen sowie nachfolgend die

Fakten und Argumente von uns Anliegern

  1. Größe und Massivität des Baukörpers passen nicht ins Umfeld
    • Kastenbau mit 2 Vollgeschossen: 43m breit (= 4 Grundstücksbreiten) und ~8m hoch
    • Doppelte Bebauungsdichte im Vergleich zur Nachbarschaft (GRZ 0,4 statt 0,2)
    • Gebäude nur 2,5m von Anliegerstraße Dahlienweg platziert
  2. Standort im überholten Bebauungsplan
    • Am Ortsrand deplatziert, Lage an einer Hauptsammelstraße wie dem Gladiolenweg wäre sinnvoll (Platz ist vorhanden)
    • Bebauungsplan 17 nach 21 Jahren überholt, frühere Regelwerke heute nicht genehmigungsfähig (Fahrzeugbreite)
    • Kaum Eltern von Kleinkindern im Nahbereich, Brachland in der Umgebung
  3. Verkehrsentwicklung nicht bedacht *)
    • Unzureichende Verkehrswege, meist unbefestigt - Gutachten offenbart fehlende Planung
    • Sandwege für täglich 340 Fahrten + Parken zzgl. Anwohnerbedarf und Fußgänger nicht ausgelegt
    • Ausbau wegen zu niedriger Straßenquerschnitte keine Lösung (B-Plan ist >20 Jahre alt und überholt)
    • Südanbindung an den Gladiolenweg zwingend erforderlich
  4. Keine Flächen fürs Bringen und Abholen der Kinder (1-7) *)
    • Neben Fahrradständern nur 7 Parkplätze für rund 30 KiTa-Angestellte
    • Keine Parkmöglichkeiten für Eltern vorgesehen, enges Straßenland soll herhalten
    • Fehlende Wendezone oder Anlieferungsfläche
    • KiTa-Grundstück dreiseitig an einer Brache gelegen, mit nur einer ausgebauten Zufahrtstraße
  5. Bürgerbeteiligung bis April wurde verhindert
    • Einbeziehung der Anwohner trotz INSEK-Aktion erheblich erschwert
    • Bauvorhaben weitgehend ohne Öffentlichkeit geplant und bereits in Ausführung
    • Vorgeschobene Coronamaßnahmen als Grund für fehlende Bürgerbeteiligung, direktes Gespräch notwendig
  6. Erste Beratung im Fachausschuss Bauen, Verkehr und Umwelt NACH Baubeginn
    • Bauplanung bis Frühjahr 2021 ohne Aussprache hinsichtlich Verkehrsituation am Standort
    • Mehrstündige GV-Beratung 2020 nur über Energiefragen und Essensversorgung
  7. Mittelfristig weiterer Bedarf an KiTa-Plätzen an diesem Standort fraglich
    • Zwei weitere KiTa-Bauvorhaben (Mäusenest und Natur-KiTa Kienwerder) führen bereits zur Entlastung
    • Familiengründer ziehen wegen stark gestiegener Bau- und Wohnkosten weg
    • 40% Zunahme des Bevölkerungsanteils ist über 80 Jahre alt (Zeitraum 2014-2018)
    • Netto-Zuzug gestoppt, Bevölkerungsentwicklung stagniert, Bodenpreise immer teurer (s. INSEK-Folien)
  8. Fehlplanung im Vorgehen
    • Soziale Infrastruktur sollte NACH der Erschließung des Wohngebietes erfolgen, nicht umgekehrt
    • Stellungnahme der Gemeinde 2006 bestätigt das
    • Die KiTa-Nutzer wären jahrelangem Staub und Baulärm des Neubaugebietes ausgesetzt

*) s. auch Verkehrsproblematik

Stand: 22.09.21